Schonend landen ohne Kescher

Da ich den Kescher bei der Watfischerei auf Meerforelle eher hinderlich als hilfreich empfinde, nutze ich ihn nie. Handlandung steht bei mir auf dem Programm. Oft sieht das wie folgt aus:



1. Wenn die ausgedrillte Meerforelle ca. 3-4 m von der Rutenspitze entfernt ist, den Fisch beherzt durch das Heben der Rute, in einer durchgehenden Bewegung zu sich ziehen. Den Druck auf den Fisch bei dieser Aktion nicht verlieren. Die Schnur wird dabei in der Rutenhand zwischen den Fingern fixiert. Voraussetzung dafür ist eine tiefe Rutenposition während des Drills.


2. Ab einer 60° Position (Winkel zwischen Handteil und Wasseroberfläche) die Rute schnell in die 130° Position ziehen und dabei die eingeholte Leine aus Schnurkorb/Handschlaufe kontrolliert durch den Zeigefinger rutschen lassen. Die Rutenspitze entlädt sich dabei und hält den Kontakt zum Fisch. Die schnelle Kombination des nach oben/hinten Ziehens der Rute und des Rutschens der Schnur durch die Finger lässt die Fliegenschnur zwischen Rutenspitze und Fisch in Richtung Brust fliegen und wird dann von der Schnurhand aufgegriffen.


3. Die Meerforelle mit der Schnurhand zu sich ziehen. Releasen geht so fast kontaktlos im Wasser, unnötiges Begrabblen bleibt dem Fisch oft erspart. Falls eine Entnahme erfolgen soll, reicht ein beherzter Griff und der Fisch ist safe.



Mit etwas Übung klappt diese Technik super. Ich lande so seit Jahren die Meerforellen und habe noch nie eine dabei verloren, außer ich schüttle sie freiwillig ab. Und keine Panik - Spitzenteile sind mir dabei noch nie gebrochen.


K&B4all!