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Plattfisch auf Fliege

Plattfische mit der Fliege zu fangen macht viel Spaß. Egal ob es sich dabei um Scholle, Kliesche, Flunder, Steinbutt oder Kleist handelt, alle Arten sind mit der Fliege an unserer Küste fangbar und ganz nebenbei auch echte Delikatessen. Heute möchte ich über das Fliegenfischen auf Plattfische vom Boot aus berichten.


Plattfisch Fliegenfischen Plattfisch auf Fliege

Ab dem Monat Mai werden in vielen Restaurants und Fischgeschäften Plattfische angeboten. Die Maischolle ist z.B. so ein Klassiker. Sie verdankt ihren Namen dem vorindustriellen Zeitalter, als sich die Fischer erst ab Ende April mit kleinen hölzernen Segelbooten auf das oft noch raue Meer trauten. Ihre ersten Seefischfänge des Jahres waren so u.a. die Schollen.



Diese saisonal abhängige Fischerei gibt es schon lange nicht mehr. Wir können mit Motorbooten ganzjährig auf das offene Meer fahren. Trotzdem lohnt sich die Fischerei vieler Plattfischarten erst ab dem Monat Mai. Denn nach ihrer Laichzeit von Januar bis Anfang April schmecken sie sehr fade, leicht wässrig und ihr Fleisch ist wabbelig. Fischkenner warten auf den Zeitraum zwischen Frühsommer und Spätherbst. Je mehr Zeit eines Jahres verstreicht, desto besser wird ihre Qualität.


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Voll ausgewachsene 40er Kliesche

Um Plattfische vom Boot aus mit der Fliege zu fangen braucht es nicht viel. Als Rute kommt bei mir eine #7 oder #8 zum Einsatz. Als Leine wird eine Sinkschnur benötigt, da vorzugsweise in Tiefen von 3 bis 5 Metern gefischt wird. Zur Zeit verwende ich die Orvis Pro Smooth Depth Charge 3D Triple Density. Mit einer Sinkgeschwindigkeit von 17,5 cm/sec liegt die Vollschnur nach 20 bis 30 Sekunden auf Grund. Als Vorfach reicht ca. 1,5 Meter 40er Mono oder FC.


Plattfisch Fliegenfischen Plattfisch auf Fliege
Ein Klassiker - die Scholle (Goldbutt)

Die Fliegen, die ich verwende, sind verhältnismäßig klein. Ich binde sie gerne auf dem Partridge CS 52 Sea Prince #8. Das ist ein stabiler Haken, der auch mal einen Hänger verzeiht und gleichzeitig eine Größe hat, die jede Platte gut inhalieren kann. Als Muster setze ich eine silbrig-gelbe oder rote Variante der Kobberbassen ein. Die Sølvbassen oder Rødbassen sind sehr einfach zu bindende Muster. Hier reicht es, ein paar Wicklungen Blei mittig auf dem Haken zu platzieren und danach den Hakenschenkel mit entsprechendem Dubbing zu umwickeln.


Sølvbassen

Plattfische sind nicht nur gute Sichtjäger, sie besitzen auch extrem ausgeprägte Geruchsrezeptoren. Sie reagieren daher hervorragend auf Lockstoffe. Wer möchte, kann diese Lockstoffe auch auf der Fliege anwenden. Ein Thema, das unter Fliegenfischern kontrovers diskutiert wird, aufgrund der speziell ausgeprägten Geruchssensibilität dieser Fische aber eine Überlegung wert ist.



Wer mit Lockstoffen experimentieren möchte, könnte Kvalvik ausprobieren. Ein kleiner Tropfen, der 5 Minuten vor dem Einsatz in das Dubbing gerieben werden sollte, reicht schon aus. Dieses auf Aminosäuren basierende Präparat ist ungiftig, biologisch abbaubar und hält bis zu 50 Stunden intensives Angeln im Salzwasser aus. Aber seid gewarnt, das Zeug riecht grausam.



Als Fischgrund suche ich meistens Sandbänke auf, die in einer Tiefe von ca. 3 bis 5 Metern liegen. Diese Sandbänke finden sich zahlreich an der Küste und liegen meistens innerhalb des ersten Kilometers zur Küstenlinie (in der Animation blinkend dargestellt). Dort angekommen, gehe ich vor Anker, damit die Drift des Bootes meine Schnur nicht vom Grund anhebt bzw. meine Schnur den Boden überhaupt erreichen kann. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn die Fliege muss runter auf den Grund und dort auch bleiben.