Meerforellen lieben die Meersaite

Die Meersaite (Chorda filum) ist ein Magnet für Meerforellen. Sie lieben es, mühelos zwischen der Alge nach Nahrung zu suchen und stehen gerne an ihr Kante. Grund genug für einen genaueren Blick auf diese Alge.



Die als "Schnürsenkel" verschriene Alge ist für Angler das reinste Grauen. Spätestens im Herbst, wenn die Meersaite ihren vollen Wuchs erreicht hat, treffen wir sie an der Küste an. Entweder wächst sie büschelartig in einem Gebiet verteilt oder sie bildet einen regelrechten Algengürtel, der parallel zur Küstenlinie verläuft. Haben wir sie erst einmal vor uns, bleiben unsere Fliegen an ihr hängen. Der ersehnte Biss stellt sich schnell als Kontakt mit der Alge heraus.


Wie jetzt mit dieser Situation umgehen? Einfach den Bereich mit Meersaiten meiden und woanders angeln? Nein, denn Meersaiten locken Meerforellen regelrecht an.


Wenn man in Gebieten mit Meersaiten fischt, bleibt die Fliege mit 100%ger Sicherheit an ihnen hängen. Das ist unvermeidbar. Wer jetzt diesen Algenkontakt mit einem Anschlag pariert, reißt die Meersaite vom Grund los. Sie hängt danach wie ein Spagetti am Haken und muss meistens händisch entfernt werden. Auf diese Weise ist der Haken blockiert und die Meerforelle kann die Fliege nicht nehmen. Was tun?


Meerforelle, Sea Trout, Havørred
Direkt vor einem Gürtel aus Meersaiten stand diese Meerforelle

Ein Krautschutz (siehe Artikel: Im Blasentang-Dschungel) könnte helfen. Aber ich fische zwischen Meersaiten anders. Viel einfacher und mit jedem Muster so umsetzbar.


Ich fische zwischen Meersaiten sehr langsam. Sobald ich das kleinste Spannen der Schnur spüre, was entweder eine Meersaite oder eine Meerforelle ist, schlage ich überhaupt nicht mehr an. Ich hebe die Rute ganz langsam an und drehe sie seitlich weg. Wenn es eine Meerforelle ist, wird sie die Fliege spürbar halten oder nach unten ziehen, was ich sofort mit einem harten Anschlag bediene. Wenn es eine Meersaite ist, reißt sie nicht vom Boden ab. Der Haken gleitet bis zum Ende der Meersaite und ist danach wieder frei.


Schon mehrmals hat genau nach dem Freiwerden der Fliege eine Meerforellenattacke stattgefunden. Meersaiten, die vorher nervten, können so sogar zu einem erfoglreichen Abschluss verhelfen.


Tight Lines! 🙌🏻



Übrigens: Gebiete mit Meersaiten lassen sich im Herbst sehr einfach und schon von Weitem erkennen. Vor, hinter oder zwischen den hochgewachsenen Meersaiten ist die Meeresoberfläche wesentlich ruhiger, teilweise sogar spiegelglatt. Wohingegen der umliegende Bereich mehr Wellen wirft.