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Birdwatching | Seevögel und die Platzwahl

Seevögel heißen so, weil sie sich tagsüber auf dem Meer aufhalten und jagen. Ihre Beute überschneidet sich dabei mit der Beute der Meerforelle. Ein Fakt, der sich für unsere Fischerei nutzen lässt.



Seevögel jagen überwiegend Fische, Krebstiere, Ringelwürmer, Seesterne und Muscheln. Sie greifen dabei aus der Luft an, tauchen aktiv nach ihnen oder suchen den Flachwasserbereich und Spülsaum ab. Wo sie jagen ist Beute. Da Meerforellen ein in großen Teilen identisches Beuteschema haben, verrät uns das Verhalten von Seevögeln, welchem Strandabschnitt wir ein besonders Augenmerk widmen sollten.


Schauen wir uns dazu drei Beispiele an:


  • Die Möwe: Fast alle Möwenarten sind Allesfresser. Aber wenn sie die Wahl haben, stürzen sie sich am liebsten auf eiweisreiche Nahrung wie Stichlinge, Sandaale, Sprotten, Heringe und Seeringelwürmer. Wenn wir jagende Möwen auf der Ostsee sehen, deutet das auf viele Beutetiere hin. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dort auch Meerforellen aufhalten, ist sehr hoch. Oft sind es sogar die größeren Meerforellen, die sich an diese Beute-Schwärme hängen.


  • Die Eiderente: Eiderenten fressen zwar auch kleine Fische, aber ihre Leibspeise sind Muscheln. Sie sind darauf spezialisiert, auf den Grund zu tauchen und einzelne Exemplare rabiat aus den Muschelbänken oder von Steinen abzurupfen. Bei dieser Aktion werden viele kleine Mefo-Beutetiere wie Grundeln, Garnelen, Tangläufer und Meerasseln aus ihrem Versteck gescheucht. Daher haben jagende/tauchende Eiderenten nicht selten Meerforellen im Schlepptau.


  • Der Haubentaucher: Er ist zwar kein waschechter Seevogel, aber er jagt viel an der Küste und ist ein Experte für Strömungskanten. Er stellt dort kleinen Fischen, Garnelen und Kleinkrebsen nach. Er ist so geschickt, dass er sogar Strömungskanten findet, die für uns nicht sichtbar sind, weil sie z.B nur über den Grund laufen (Rip-Strömungen). Strömungskanten sind widerum Magnete für Meerforellen. Wenn ein Haubentaucher in der Ostsee taucht, ist das fast immer ein Hinweis auf solch einen temporären HotSpot.


Direkt neben einem von Möwen bejagten Schwarm Seeringler schlug die Mefo zu

Jagende Seevögel sind leider nicht immer in unserer Wurfweite. Und wenn sie es sind, verlassen sie den Bereich, sobald wir uns annähern. Aber sie zeigen uns, wo gerade etwas gehen könnte. Bei der Ankunft an einem Spot lohnt daher ein Seevögel-Screening aus geeigneter Entfernung. So lässt sich ihr Verhalten als Indikator für eventuelle Meerforellenaktivitäten in die Platzwahl mit einbeziehen.


Knæk og bræk!

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