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Blankfische im Herbst

Neben den permanent anzutreffenden Grönländern (noch nicht geschlechtsreife Meerforellen bis ca. 45 cm) und den größeren gefärbten Aufsteigern, die sich auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer machen und vom 01.10. bis 31.12. gesetzlich in Schleswig-Holstein geschützt sind - also bitte zurücksetzen - kommen bedingt durch den "kleinen" Herbstrun der Heringe auch größere Meerforellen an unsere Küste zurück. Mit etwas Glück ist ein Blankfisch dabei.

Einen blanken Einzelfisch im Herbst zu fangen ist schwierig. Wo heute noch ein Platz wie ausgestorben wirkt, kann es morgen richtig abgehen. Ich befische daher mindestens zwei grundsätzlich unterschiedliche Spots an einem Tag. Wer die küstennahen Zugruten der Heringe kennt, hat bei der Platzwahl einen kleinen Vorteil. Aber vorhersagen lässt sich auch dann nichts. Ansonsten sind Riffe oder Landspitzen eine gute Wahl, da blanke Meerforellen dort gerne verweilen. Gefärbte Fische die Richtung Fluss ziehen, stellen sich an diesen Plätzen weniger ein.

Besonders im Herbst buckeln Meerforellen gerne. Ein genauer Blick auf die Wasseroberfläche könnte sich lohnen. Reagiert ein gesichteter Fisch nicht auf die Fliege, hilft es nicht, ihn permanent anzuwerfen. Vielmehr hilft es, eine kleine Pause zu machen und den Spot von einem anderen Winkel aus anzuwerfen. Es kann auch helfen, die Führungsweise der Fliege in der Höhe und der Geschwindigkeit zu verändern. Experimentierfreudigkeit ist angesagt. Ein Fliegenwechsel wird meiner Meinung nach überschätzt, ist aber immer eine mögliche Option.

Der erhoffte blanke und große Herbstfisch

Ich hatte das Glück, einen dieser großen blanken Herbstfisch zu fangen. An einem sonnigen Tag, bei 13° Celsius Wassertemperatur schlug der Fisch morgens um 09.00 Uhr zu. Im Bauch hatte er zwei stark verdaute Sprotten oder Heringe. Genau konnte ich das nicht mehr erkennen.



Ich möchte bei der Gelegenheit gleich eines meiner Lieblingsrezepte für die Meerforelle zu dieser Jahrezeit vorstellen. Passend zur derzeitigen Ernte spielt der Apfel darin eine Rolle.

Meerforellen-Apfel-Tatar für 2 Personen

  • 300g kalt geräuchertes Meerforellenfilet

  • 1 Apfel (vorzugsweise aus dem eigenen Garten)

  • Saft einer ½ -Zitrone

  • 1 Schalotte

  • 1 EL Crème fraîche

  • Pfeffer & Salz

  • eine prise Zucker

  • etwas Schnittlauch

Die geräucherte Meerforelle, eine geschälte Schalotte und die entkernten Äpfel in kleine Würfel schneiden. Den Apfel nach dem Würfeln sofort mit dem Saft der Zitrone und einer Prise Zucker vermischen, so wird er nicht braun. Alles mit Crème fraîche vermengen und mit Pfeffer & Salz abschmecken. Zum Schluss frisch geschnittenen Schnittlauch über das Tatar geben. Fertig!

Tipp: Wer den Geschmack intensivieren möchte, kann die marinierten Apfelwürfel vorab mit dem Forellentatar vermengen und 30 Minuten durchziehen lassen. Dazu noch 1 TL Meerrettich und rosa Pfefferkörner unterheben.

Knæk og bræk!

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