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Mythos Mütze


Miroslav Klose betrat das Fußballfeld stets mit dem rechten Fuß zuerst. Tennis-Star Serena Williams bindet ihre Schnürsenkel immer auf die gleiche Art, Golfprofi Tiger Woods zieht am letzten Turniertag immer ein rotes Hemd an. Und Angler? Die schwören gerne auf ihre Mütze, als Garant für gute Fänge.

Was ist dran an diesen Ritualen? Genau diese Frage stellten sich Wissenschaftler in Köln neugierig. Sie untersuchten, ob Rituale oder Glücksbringer wirklich Erfolg bringen. Ergebnis der Studie: Alle Probanden mit Glücksbringern zeigten sich zuversichtlicher und setzten sich höhere Ziele, als die ohne. In den Tests waren sie hartnäckiger und schnitten bei allen Aufgaben deutlich besser ab.

Rituale oder Glücksbringer bringen also kein Glück, aber sie können tatsächlich das Selbstvertrauen steigern und die Bereitschaft, sich einzusetzen – und damit die Leistung verbessern. Es scheint also zu nützen.

Hurra, unsere geliebten schmierigen Angelmützen haben ihre Daseinsberechtigung!

Und wo wir jetzt schon mal dabei sind, hier drei weitere Legenden zum Thema Mythos Mütze:

1. Mythos: Kälte

Das bei klirrender Kälte am meisten Wärme (40 - 45 %) über den Kopf verloren geht ist falsch. Dieser Mythos geht gemäß dem „British Medical Journal" auf ein Militärprojekt der 50er Jahre zurück. Eine Truppe Freiwilliger wurde seinerzeit im Schnee ausgesetzt, ohne Mützen auf dem Kopf zu tragen. Dafür bekamen die Probanden Arktis-Überlebungsanzüge angezogen. Wen wundert es, wenn es danach hieß, dass die meiste Kälte über den Kopf verloren ging. Hätte man sie in Badehosen ausgesetzt, hätte man festgestellt, dass der Kopf nur 10 % ausmacht.

2. Mythos: Die rote Mütze von Jacques-Yves Cousteau

Seine rote Mütze ist weltberühmt. Dabei ist sie eigentlich nicht sein Markenzeichen. Die rote Tauchermütze geht zurück auf den britischen Taucher William Walker. Er trug unter seinem Tauchhelm eine rote Mütze mit dem Namen "cap comforter". Da Walker die Kapelle von Winchester vor dem Einsturz rettete, wurde er über Nacht zum Helden und seine Fotos mit der Mütze weltberühmt. Cousteau ließ sich davon insprieren.

3. Mythos: Der Yeti-Skalp

19 Kilometer vom Mount Everest entfernt steht das älteste Kloster von Pangboche. Unter dem Schein einer Kerze findet sich dort eine Truhe mit dem größten Heiligtum des Klosters. Es handelt sich dabei um eine 300 Jahre alte Mütze, genäht aus dem Skalp eines Yeti. Mount Everest Erstbezwinger und Yeti-Enthusiast Edmund Hillary besuchte das Kloster, um der Sache auf den Grund zu gehen. Er selbst trug dabei eine selbst gemachte Mütze, die eher einem Eierwärmer glich. Mit den Erkenntnissen aus dem Klosterbesuch zog er los, dem Rätsel auf die Spur zukommen. Den Yeti fand er dabei nicht.


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