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Habitat Seegraswiese


Meerforellen lieben Seegraswiesen. Wenn wundert es! Seenadeln, Seestichlinge, Sandaale, Grundeln, Strandkrabben, Muscheln, Mysiden, Garnelen, Seesterne, Schnecken, Tangläufer, Meerasseln,... sind gerade mal die Speerspitze der Bewohner dieses wunderbaren Habitats.

Einfach zu fangender Bewohner von Seegraswiesen

Seegraswiesen sind extrem wichtig. Sie bieten zahllosen Tieren einen Lebensraum und ihre Wurzeln festigen den Boden. Dem Hering und dem Hornhecht dienen sie zudem als Laichgebiet. Als in den 30er Jahren das große Seegrassterben begann, ausgelöst durch die zunehmende Verschmutzung aus der Landwirtschaft und der Industrie, war das ein harter Schlag, von dem sich die Natur bis heute nicht erholt hat. Seegras braucht Sonnenlicht zum wachsen. Die Wasserqualität hat sich seit den 70er Jahren zwar verbessert, aber wo in der Ostsee früher der Bewuchs bis auf 15 Meter Tiefe ging, ist heute bei 5 Metern Schluss. Muschelfischer, die seit Jahren großflächig den Boden durchpflügen, wirken zudem kontraproduktiv auf eine mögliche Regeneration ein (siehe Bericht ÜBER MUSCHELFISCHER UND TODESZONEN).

Eine Studie zu diesem Thema haben Dorte Krause-Jensen und Jacob Carstensen von der Arhus Universität im Jahre 2012 veröffentlicht. Der Bericht findet sich hier:

Die lichtdurchfluteten flachen Küstenbereiche sind aber teilweise intakt und können sehr schöne Fänge ermöglichen. Aber die Fischerei im Seegras hat so ihre Tücken. Wenn sich bedingt durch Wellen, Dünung oder Strömung zu viel Gras umhertreibt, ist das Zeitfenster für einen möglichen Fischzug sehr klein. Allzu oft merkt man erst am Spot, dass er sehr krautig ist.

Ein Spot mit viel losem Seegras. Gut oder schlecht?

Was tun? Spotwechsel? Das kann man machen. Es gibt aber eine Alternative. Meerforellen lieben es, im losen Seegras zu jagen und sind in diesen Phasen etwas unvorsichtiger. Wer sich eine halbe Stunde Zeit nimmt, sich an den Strand setzt und konzentriert einen mit Seegras verkrauteten Bereich beobachtet, wird nicht selten einen Fisch buckeln sehen. Jetzt schnell handeln und exakt präsentieren. Nach dem Eintauchen der Fliege hat man vielleicht nur 2-3 Meter Strecke zur Verfügung, bevor sich loses Seegras am Haken fängt. Ein sehr kleines Fenster, das aber ausreicht, sofern einem eine saubere Präsentation gelinget. Danach ist die Chance vertan und es heißt wieder warten.

Etwas schwerer zu fangender Räuber zwischen losem Seegras

Es klappt nicht immer, aber einen alternativen Spot anzufahren ist auch keine Garantie. Wer also keine Lust oder Zeit für einen Platzwechsel hat, muss nicht zwingend einpacken. Ich teste dann erst einmal diese entspannte Art der Sichtfischerei. Manchmal mit Erfolg.

Informationen, weiterführende Links und schöne Einblicke in die Welt der Seegraswiesen finden sich auf der Seite des "Nordic Seegrass Network". Unter dem Reiter "Photos/Scandinavian seegrass tour" finden sich z.B. Aufnahmen aus der Unterwasserwelt vor Kiel. Ein Klick auf das Logo führt euch dorthin:


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