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Das rostfreie Messer


Der Faszination eines Messers kann sich auch heute noch kaum jemand entziehen. Vor allem nicht der Junge in uns.

Ob als Wehre, Werkzeug oder Prestigeobjekt – ein Messer ist als wahrscheinlich ältestes Werkzeug der Menschheit in seiner Darreichungsform äußerst vielfältig. Begonnen mit der Steinklinge sind wir mittlerweile beim hochlegiertem rostfreien Stahl angekommen. Womit wir bei meinem eigentlichen Thema sind: ROSTFREI.

Was viele Hersteller versprechen entpuppt sich meistens als nur rostfest, letztendlich rosten sie alle. Manche Messer wirken schon nach kurzer Zeit, als seien sie 1919 zusammen mit der Hochseeflotte in Scapa Flow versenkt worden und kürzlich wieder aufgetaucht. Das ist ärgerlich. Denn Rostansatz auf Messern hat nicht nur einen optischen Effekt. Ist die Klinge rostig, ist es mit der Schnittigkeit vorbei. Egal ob das Messer benutzt wurde oder nicht.

Die Salt-Serie von Spyderco (relaunched 2005) hat bewiesen, dass Messer tatsächlich 100% rostfrei sein können. Grund dafür ist die Verarbeitung von japanischem H1-Stahl, dessen Korrosionsbeständigkeit weit über allen anderen Stählen liegt. In diesem Metall wurde der Kohlenstoff größtenteils durch Stickstoff ersetzt. H1 korrodiert zudem durch seinen hohen Anteil an Nickel auch bei ständigem Kontakt mit Salzwasser nicht. Das hört sich nach einem Messerstahl prädestiniert für uns Meerforellenfischer an.

Das neue Spyderco Salt 2

Das im Sommer 2017 veröffentlichte Spyderco Salt 2 ist das neue Highlight der Salt-Serie. Es trägt die wesentlichen Merkmale des weltweit beliebten Delica 4, ist aber durch den verwendeten H1-Stahl für den maritimen Einsatz konzipiert. Über das Daumenloch, das Spyderhole, ein geschütztes Markenzeichen von Spyderco, lässt sich die Klinge bequem mit einer Hand ausklappen. Geöffnet wird sie über eine Rückverriegelung (Backlock) gesichert. Im Vergleich mit anderen Spyderco Modellen hat dieses Messer ein größeres Daumenloch und lässt sich dadurch sehr gut mit nassen und kalten Fingern öffnen. Gerade in den kalten Jahreszeiten ein echtes Plus für Meerforellenfischer.

Ich konnte dem Ganzen nicht wiederstehen und habe seit einiger Zeit das Salt 2 von Spyderco in Gebrauch. Das Resultat kann sich sehen lassen. Ein gutes Einhandmesser: no-nonsense, verlässlich, funktionell und rostfrei!

Nur mit einem Element konnte ich nicht leben – den original verbauten Griffschalen. Diese sind aus einem für meinen Geschmack nicht so schönen neongelben FRN-Kunststoff hergestellt. Ich habe mir kurzerhand eigene Scales aus Micarta anfertigen lassen. Micarta ist ein organische Verbindung aus Phenol (einer Art Harz) und wurde ursprünglich als elektrischer Isolator eingeführt. Für viele Kenner vielleicht einer der besten Kunststoffe für die Herstellung von Messergriffen. Es ist robust, leicht, langlebig und wasserfest. Dünne Lagen aus Leinentüchern werden in ein phenolisches Harz getränkt und verdichtet, wodurch ein Produkt entsteht, das leicht und stark ist und elegant aussieht. Die Verarbeitung ist aber sehr schwierig und sollte von CNC-Profis ausgeführt werden.

Damit das neue Design durch den ab Werk verbauten schwarzen Clip nicht zerstört wird, habe ich den Spyderco Wire-Clip gleich mitverbaut. Passend zu den Schrauben rundet er den Umbau für mich ab.

Das Salt 2 mit Scales aus Micarta und Wire-Clip

Fazit

Das Spyderco Salt 2 ist ergonomisch perfekt ausgewogen. Der H1-Stahl ist ideal für den Einsatz in unserer Fischerei sowie allen Bereichen, wo Rost nicht erwünscht ist. Die werkseitig verbauten Griffschalen aus glasfaserverstärktem Nylon (FRN) sind zwar griffig, aber nicht schön anzusehen.

Technische Spezifikation Salt 2

Gesamtlänge: 18,4 cm

Klingenlänge: 7,6 cm

Klingenstärke: 2,5 mm

Gewicht: 60,0 g

Klingenmaterial: H1, Härte von 57-58 HRC

Griffmaterial: FRN

Verschluss: Backlock

Öffnungshilfe: Daumenöffnung

Federunterstützung: Nein

Produktionsort: Japan

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