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Sinkschnur an der Küste


Flach auf dem Riff, unten an der Riffkante, knapp über dem Kraut in der Rinne, eine handbreit Platz zum Blasentang oder mitten durch die Seegraswiese. Die Fischerei direkt über Grund ist zu meiner Standard-Technik an der Küste geworden.

Das war nicht immer so. Wie wohl jeder FliFi habe auch ich viel rumexperimentiert, eine Vorliebe für eine bestimmte Taktik & Technik entwickelt und fische ein Setup, das sich gut anfühlt und die nötige Response liefert.

Eine relativ neue Veränderung ist die Höhe, in der ich die Fliege präsentiere. Die hat sich über die Jahre immer weiter dem Meeresboden angenähert. Seit 2014 bin ich an vielen Spots bei Sink 3 angekommen. Zugegeben, knapp über dem Grund zu fischen ist eine leicht hektische und aggressive Fischerei, aber sie ist lohnenswert.

Eine wichtige Grundlage dafür ist das sehr schnelle Einholen der Fliege. Wer damit Probleme hat, wird am Spot nicht glücklich. Zu viele Hänger sind die Folge. Aber mit ein wenig Training bekommt man die nötige Übung und das Gefühl für diese Variante der Küstenfischerei. Zudem lernt man (wohl oder übel) die Beschaffenheit der Lieblingsplätze noch besser kennen.

Meine derzeitige Einholgeschwindigkeit liegt bei ca. 1,2 m/s. Da ist also noch Luft nach oben. Aber schnellere Geschwindigkeiten kann ich nur kurze Zeit aufrechterhalten. Ich setze sie daher nur gezielt in passenden Situationen ein - bei den ersten Würfen an einem neuen Spot oder wenn sich die Gelegenheit ergibt, eine Mefo auf Sicht anzuwerfen. Wobei ich natürlich noch immer weit weg bin von der tatsächlichen Geschwindigkeit eines flüchtenden Nährtieres.

60er im Drill

Ich persönlich bin mit der Küsten-Sinkschnur-Fischerei, die von vielen erfahrenen FliFis skeptisch beäugt wird, absolut happy. Sie passt optimal zu meinem schnellen und dynamischen Fischereistil. Aber das für mich schlagende Argument ist der Fangerfolg. Ich habe knapp über Grund einfach mehr Bisse als unter der Oberfläche. Die Fische steigen kompromissloser ein, der Haken sitzt meistens perfekt. Die Aussteigerquote liegt bei fast null. Zudem dauert es einige Sekunden länger, bis sich die Mefo aus dem Wasser schraubt und an der Oberfläche wälzt. Diese Zeitverlängerung bringt mir mehr Kontrolle ins Geschehen. Was will ich mehr!

Um dem ganzen Wirrwarr der verschiedenen Ausdrucksweisen zu Sinkern und deren unterschiedlichen Sinkgeschwindigkeiten einen Durchblick zu verschaffen, hat Martin von www.troutcontrol.de eine übersichtliche Tabelle aufgebaut. Vielen Dank dafür.

Ich kann nur jedem raten, es mal mit einem Sinker zu versuchen. Könnte mir gut vorstellen, dass ihr ähnliche Erfahrungen wie ich sammelt.

Tight Lines!

#Fliegenfischen #Meerforelle #Ostsee

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