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Revier - Sandbank & Rinne


Küste ist nicht gleich Küste. Oft wechseln Küstenabschnitte nach ein paar hundert Metern ihre Charakteristik. Es kann nur hilfreich sein, die Unterschiede für sich zu nutzen und die Taktik anzupassen. In dem vierten Teil geht es um Sandbänke & Rinnen...:

Sandbänke und Rinnen sind erstklassige Reviere. Sandbänke laufen parallel zum Ufer und grenzen meistens an Tangfelder oder Seegraswiesen. Vor oder zwischen diesen Streifen finden sich oft Rinnen. Diese ebenfalls parallel laufenden Vertiefungen sind gerne mit Kraut bewachsen. In ihnen leben sehr viele Nährtiere der Meerforelle. Einige Spots bestehen aus mehreren Reihen von Sandbänken, Rinnen & Tangfeldern hintereinander und können bis tief ins Meer reichen.

Meerforellen ziehen gerne an den Kanten der Sandbänke und Tangfelder entlang. Je höher dabei der Wasserstand ist, desto näher an der Küste. Manchmal nur wenige Meter vom Ufer entfernt. Bei günstigen Bedingungen zeigen sich buckelnde Meerforellen aus weiter Entfernung. Diese Fische lassen sich hervorragend auf Sicht anwerfen.

Wenn zudem Rinnen diese Unterwasserstruktur ergänzen, hat man es mit einem absoluten Topplatz zu tun. Denn Meerforellen stellen sich gerne in diese Rinnen ein. Meine ersten Würfe gehen daher vom Strand aus in diese “Badewannen“. Erst danach betrete ich die Sandbänke um die Tanggürtel oder Seegraswiesen abzufischen. Häufig kann ich so einen Angeltag mit sofortigem Fischkontakt starten.

Bei niedrigem Wasserstand locken mich zunehmend die weiter draußen laufenden Sandbänke hinaus, sofern die Durchgänge durch die teils tiefen Rinnen passierbar sind. Es macht Spaß, weit draußen im Wasser zu fischen, zumal die Meerforellen so auch hinter einem entlang ziehen. Die fischbare Zone hat so volle 360° Grad.

Aber Vorsicht vor Veränderungen des Wasserstands!

Der Rückweg kann durch ungewöhnlich hoch auflaufendes Wasser sehr schnell abgeschnitten werden. Wir haben in der westlichen Ostsee zwar keine nennenswerte Tide, dafür aber Pegelschwingungen, die Amplituden von bis zu 40 cm erreichen. Der Wasserstand kann binnen 1-2 Stunden abrupt steigen. Diese Schwankungen sind meistens winderzeugt und treten lokal auf. Starke Drehwinde (z.B. West auf Nordost) oder abrupte Windwechsel verursachen dieses Phänomen. Dann heißt es besser runter von der äußeren Sandbank, sonst muss man zurück schwimmen. Jedes Jahr kommt es dadurch zu brenzligen Situationen, in denen im schlimmsten Fall der Seenotrettungsdienst ausrücken muss.

<---- Ein gutes Beispiel dazu findet ihr, wenn ihr auf das Logo des DGzRS

(Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) klickt.


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