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Watstockbruch - Schweden vom Feinsten


In Süd-Schweden gilt Watstockpflicht. Und das hat nichts mit mangelnder Fitness oder irgendwelcher Gebrechen zu tun. Sandstrände wie wir sie in Deutschland und Dänemark haben, finden sich dort nicht. Stattdessen steht das Klettern auf große Steine und das Waten über stark mit Tang und Algen bewachsene Steinfelder auf der Tagesordnung. Die Fortbewegung in den Steinepackungen ist eher mit Stolpern zu vergleichen, ohne sehen zu können, wie tief der nächste Schritt wird. Sich dabei hinzulegen ist so gut wie garantiert, sofern kein Watstock zum Einsatz kommt. Und selbst dann kann es brenzlig werden.

Dieses Jahr hat mich eine vielversprechende Situation zu einer riskanten Aktion verleitet. Eine schöne, große, hinter einem Wellenkamm jagende Meerforelle hat mich auf ein schönes großes Steinriff (oder sagen wir lieber Trümmerfeld) gelockt, das es in sich hatte. Eine permanent schlagende 1-Meter-Welle erschwerte die Lage zudem und galt gemeistert zu werden.

Die Welle

Diese Kombination war wohl zu viel des Guten. Fokussiert auf den buckelnden Fisch wurde ich unvorsichtig, rutschte ab und wäre kopfüber zwischen die Steine gefallen, hätte ich mich nicht an meinen Watstock geklammert. Wie heftig die Aktion war wurde mir bewusst, als ich wieder sicheren Stand hatte und von meinem geliebten Simms-Watstock nur noch das Handteil anschaute. Der Schaft aus 7075-Aluminum war gebrochen, das innenlaufende Stahlseil gerissen. Als wäre er aus Plastik und Gummiband gebaut. Glück gehabt.

Watstockbruch

Tags drauf ging es in den Wald, ein Provisorium aus Holz musste her.

Watstockersatz

In Schweden gilt halt Watstockpflicht.


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